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KONTEMPLATIONS© ist eine von uns speziell entworfene Meditationstechnik und leitet sich von dem Wort „Kontemplation“ ab. In diesem Begriff steckt zum einen das Wort templum (Tempel), die Bezeichnung für den Ort der Gottesverehrung, den heiligen Bezirk – zum andern das lateinische contemplari, was soviel wie schauen bedeutet. Die christliche Mystik versteht unter contemplatio das innere Schauen ins eigene Selbst, die beglückende Erfahrung der Vereinigung mit Gott (Gottesschau/Erleuchtung).
Die Geschichte der christlichen Meditation ist genauso lang wie die Geschichte des Christentums selbst. Jesus ist ebenso selbstverständlich ein Lehrer der Kontemplation als er auch ein Lehrer der Gewaltlosigkeit ist. Beim Wort „Meditation“ denken viele gleich und ausschliesslich an asiatische Religionen. Manche, die mit Ernst Christen sein wollen, lassen sich deshalb grundsätzlich nicht auf Meditation ein, weil sie befürchten, diese führe von einer Herzensbeziehung zu Christus weg. Tatsache ist aber, dass es in den christlichen Kirchen seit Jahrhunderten einen Schatz an Meditationserfahrungen gibt. Bei der kontemplativen Meditation wird nicht über ein Thema nachgedacht oder ein Gegenstand betrachtet. In der Kontemplation sitzt der Übende in aufrechter Haltung – ruhig und offen für alles, was geschieht. In verschiedenen auf Christus bezogenen Übungen kann ich lernen, innerlich still zu werden, ganz da zu sein und gesammelt verweilen zu können, um durch Worte der Bibel Jesus Christus in mir Gestalt werden lassen.
KONTEMPLATION ist demgemäß wesentlich mehr als zur Ruhe, zur Stille und Zu-sich-selber kommen. Sie ist Gebet des Schweigens, gegenstandsloses sich Aussetzen (Leerwerden im Sinne von absichtlosen Loslassen von eigenen Gedanken und Vorstellungen) und Bereithalten der unbegreiflichen göttlichen Wirklichkeit gegenüber. Auf dem Weg der KONTEMPLATION als Tiefenmeditation geht es darum, sich im tiefsten Sinne zu er – gründen, sich fallenzulassen in den Urgrund Gottes, aus ihm, mit ihm und in ihm zu leben. Die Erfahrung dieser (transzendenten) Wirklichkeit kann willentlich nicht herbeigeführt werden, sondern ist immer Geschenk, das aber durch die Übung der kontemplativen Meditation vorbereitet und geweckt werden kann.
Die Tradition der KONTEMPLATION in Europa wurde seit den 1960er durch die Begegnung mit dem asiatischen Kulturraum, vor allem mit dem Zazen, neu belebt. Im Unterschied zum gegenständlichen Meditieren über ein Thema, zielt Kontemplation auf das Loslassen aller Bewusstseinsinhalte durch aufmerksame Präsenz im gegenwärtigen Augenblick. In Stille und Achtsamkeit begegnet der Mensch zunächst sich selbst. Er lernt loszulassen und öffnet sich für jene Wirklichkeit, die sich hinter all dem verbirgt, was er weiß, denkt oder will.Das hat Auswirkungen im Alltag, wo mehr Gelassenheit, Sinn, Freude, aber auch Echtheit, Wahrhaftigkeit und Tiefe spürbar werden. Die radikale Einfachheit dieser Form der Meditation macht sie zugänglich für alle Suchenden und ist in den spirituellen Traditionen aller Glaubensrichtungen zu finden. Aus diesem Grunde ist es eine ideale Form der spirituellen Praxis für unsere heutige Welt.